Resolutionen 2021

Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands APD Resolutionen 2021
 

Resolution zum Botendienst nach § 17/2 ApBetrO

Verabschiedet durch die Mitglieder der APD im Zeitraum Februar / März 2021
 
  1. Bote
    Der Bote der Apotheke muss zum Personal der Apotheke gehören (z.B für den Kunden ersichtlich durch ein Namensschild oder Apothekenlogo) und der Aufgabe entsprechend eingewiesen sein (z.B. Verschwiegenheit, Datenschutz, Umgang mit Arzneimitteln, Umgang mit Mitteln der Telekommunikation). Nur mit der Zugehörigkeit des Boten zum Personal der Apotheke ist sichergestellt, dass der Bote weisungsgebunden unter der direkten Aufsicht des Apothekenleiters steht. Die regelmäßige Nutzung von Logistikunternehmen oder Lieferkonzepte durch Dritte ist nicht mit § 17/2 ApBetrO vereinbar, sondern dem Versand nach § 11a ApoG zu zuordnen.
     
  2. Ausstattung und Auslieferung
    • Das zu liefernde Arzneimittel ist getrennt für jeden Kunden und jede Zieladresse sichtgeschützt (d.h. nicht erkennbar) und verschlossen in geeignete Behältnisse zu verpacken, mit Name und Anschrift des Empfängers zu versehen und dem Empfänger persönlich oder einem Bevollmächtigten auszuhändigen. Eine Ablage im Briefkasten, vor der Haustüre etc., ist aus Gründen der Arzneimittelsicherheit zu vermeiden (zwingend erforderlich ist die direkte Übergabe z.B. bei BtM, Kühlartikeln oder teuren Arzneimitteln; ggf. mit einer Empfangsbestätigung bei der Übergabe).
    • Dem Kunden soll die übliche Lieferzeit mitgeteilt bzw. es soll die Lieferzeit bei dringenden Fällen abgesprochen werden.
    • Dem Boten ist in geeigneter Form eine Aufstellung aller Zieladressen und der abzuliefernden Päckchen mitzugeben. Auf dieser Aufstellung hat der Bote die Aushändigung zu dokumentieren (als Nachweis der erfolgten Zustellung im Falle einer Reklamation).
    • Sofern eine Zustellung nicht möglich war, sind die zu liefernden Artikel unverzüglich wieder in der Apotheke zu lagern und das Problem der Nichtzustellung ist zu klären.
    • Die Einhaltung der vorgeschriebenen Lagertemperaturen des Arzneimittels ist durch geeignete Maßnahmen sicher zu stellen (z.B. Klimaanlage im Kfz) und ggf. nachzuweisen (z.B. mit Datenlogger). Bei Kühlartikeln muss u.U. die Transportbox ausreichend lange vorgekühlt werden.
    • Der Bote hat ein Diensthandy mitzuführen (für Rückfragen, Änderungen, bei Schwierigkeiten etc.).
    • Dem Kunden werden geeignete Zahlungsmöglichkeiten angeboten (bar, Rechnung oder bargeldlos online).

  3. Beratung
    Sofern die persönliche Beratung nicht schon in der Apotheke vor der Auslieferung stattgefunden hat (z.B. bei Nachlieferungen), muss diese Beratung nach § 20 ApBetrO in unmittelbarem Zusammenhang mit der Aushändigung des Arzneimittels erfolgen. Dies kann entweder durch pharmazeutisches Personal als Bote oder im Wege der Telekommunikation erfolgen (z.B. über das Diensthandy oder Tablet; als Telefonat oder per Video mit dem pharmazeutischen Personal in der Apotheke). Der Beratungsbedarf ist in jedem Fall zu prüfen.
    Der Kunde hat damit jederzeit einen niederschwelligen Zugang zu einer hochwertigen Beratung durch die – in der Regel bekannte – Apotheke vor Ort, auch beim Botendienst z.B. in der Akutversorgung.
     

 
 
 
 
 
 
 
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